Julians Writer-Laufbahn hat im Alter von sechzehn Jahren begonnen, mit einigen nächtlichen Malaktionen im Geburtsort Nürnberg und Sessions bei denen Hip Hop gehört, Blackbooks bemalt und die großen Writer-Legenden aus New York bewundert wurden. Es folgten Bilder an diversen Halls of Fame und erste Auftragsarbeiten, bei denen er seine Technik verfeinert und einen ganz speziellen Malstil entwickelt hat. Und nach und nach wurde aus einem anfangs coolen Hobby eine Leidenschaft und Lebensinhalt. Eine Form seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Und so wie sich seine Maltechnik mit der Zeit sublimierte, haben sich auch die Inhalte der Botschaften herauskristallisiert, die er durch dieses Medium kommunizieren wollte. Ein immer wiederkehrendes Symbol in Julians Bildern ist Buddha, der vor allem ethisches Verhalten, Mitgefühl und Weisheit verkörpern soll. Das Projekt "World Peace Walls" spiegelt diese Grundgedanken gut wider: Hin- und nicht wegsehen und die eigenen Möglichkeiten nutzen um anderen Menschen Freude und Trost zu spenden oder um auf soziale und politische Missstände aufmerksam zu machen. Aber auch andere religiöse Motive, wie z.B. Menschen bei der Meditation oder im Gebet, finden sich in seinen Arbeiten wieder und sollen an die innere Kraft erinnern, die jedem Menschen gegeben ist und die er frei ist zu entfalten. Nicht zuletzt ist Graffiti natürlich eine Kunstform, die an den Sinn für Ästhetik appellieren soll. Zu diesem Zweck setzt Julian diese Technik auch zur Raumgestaltung oder in seiner Arbeit als Grafikdesigner ein. Auch wenn alles seinen Anfang mit der Bewunderung für die in New York entstandene Graffiti-Kultur genommen hat und der Respekt für diese Künstler weiterhin andauert, ist es bedauerlich, dass heutzutage viele Writer auf einer Stufe stehen geblieben sind, die weder Selbstausdruck noch eine Message erkennen lässt. Die Charakters sind teilweise ausschließlich provokativ oder gewaltverherrlichend, so daß es nicht verwundert, daß viele Menschen dieses Medium häufig mit Vandalismus in Verbindung bringen. Daher ist es erfreulich zu sehen, daß durch Julians Überzeugung, daß Graffiti soviel mehr sein kann als nur Streetart, innerhalb von nur einem Jahr ein Projekt gewachsen ist, daß bereits viel positive Beachtung und Respekt von Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen geerntet hat. Und nicht zuletzt ist es diesen Menschen und ihrem Glauben an "World Peace Walls" zu verdanken, daß aus einer anfangs spontanen Idee eines Einzelnen mittlerweile sieben Wände entstanden sind bei denen sie selbst mitwirken, ihre eigenen Botschaften mitteilen und damit Projekte wie "Afrika Rise" unterstützen konnten. Es bleibt zu hoffen, daß Julians Idealismus, sein Wunsch mit diesen Bildern etwas in den Köpfen der Menschen zu bewegen und positive Inhalte zu verbreiten, auch auf andere Künstler übergehen wird. Nic Schlussstatement: Dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, meine Reisen und die damit verbundenen bereichernden Erfahrungen machen zu dürfen, bin ich sehr dankbar. An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen Beteiligten und Mitwirkenden danken, die mich mit Ihrem Engagement unterstützt haben, das "World Peace Walls"-Projekt und diesen Katalog - den ersten Meilenstein - zu realisieren. Auch in Zukunft wird es weitere "Peace Walls", Workshops, Ausstellungen und kreative Aktionen geben, um auf der Welt Frieden und Toleranz zu propagieren. Wenn Du meine Einstellung teilst und das Projekt unterstützen oder mitwirken möchtest, kannst Du Dich hier auf der Homepage, worldpeacewalls.com über alle Aktionen informieren und Kontakt mit mir aufnehmen.