Nach einer 12-stündigen Irrfahrt durch Nacht, Nebel, Regen und über endlos erscheinende Schlammstraßen kamen wir wohlbehalten wieder in Kampala an. Hier galt es, noch einige organisatorische Dinge zu klären, wie z.B. einen Besuch in der deutschen Botschaft, im Goethe-Institut und natürlich in Peter Kafumas Berufsschule in dem kleinen Dorf Buwere, 50 km von Kampala entfernt. Auch hatten wir von Schülern aus einer Grundschule -in Joachimstal bei Berlin- gespendete Schulutensilien dabei, um diese den Kindern einer Primary School in Buwere zu übergeben. Wir waren gerade auf dem Weg aus Kampala heraus, als wir mitten in einen Aufstand gerieten. Wir schafften es gerade noch, zwischen brennenden Barrikaden und aufgebrachten Menschen hindurch zu fahren, um uns auf eine frisch gebaute, noch nicht freigegebene Autobahn zu retten. Hier fanden wir einen Weg aus der Stadt heraus. Als wir die Primary School erreichten, spielten die Kinder gerade mit einem Knäuel Stroh Fußball. Neugierig was die "Mouzungos" (Fremde) hier zu suchen hätten, umringten sie uns. John hatte für sie einen Lederfußball mitgebracht und machte damit bestimmt 30 Kinder überglücklich: Sie jubelten und schrien, als ob sie die Weltmeisterschaft gewonnen hätten. Es ist schön zu sehn, wie sich Kinder über solche einfachen Dinge freuen und dankbar sein können - ein Schauspiel, das sich so in unserer Gesellschaft kaum abspielen würde, da unsere Kinder mit Materie so übersättigt sind. Auch die Lehrer der Schule zeigten sich sehr dankbar über unsere Mitbringsel und präsentierten uns frisch einstudierte Gesänge und Tänze der Kinder. Es war zum Heulen schön, wie die Kleinen trommelten, den traditionellen "Hinterteil-Wackeltanz" aufführten und auf die Schnelle sogar noch ein Willkommenslied für uns gedichtet hatten. Wir hatten zuvor von der Leiterin des Goethe-Instituts noch den Kontakt zu Xenson bekommen, dem ersten und einzigen Graffiti-Künstler Ugandas. Er erklärte sich spontan bereit, mit uns ein Bild an der EDI Secondary Vocational School zu malen. Dort angekommen, besichtigten wir die Räumlichkeiten, in denen das Schneider- , Bau-, und Agrarhandwerk gelehrt wird, lernten die Schüler kennen und begutachteten die letzten Erweiterungen der Einrichtung, die durch Johns vorherige Projektarbeit finanziert werden konnten. Anschließend mischten wir Farben, begannen die Collaboration Wall von "Afrika Rise" und "World Peace Walls" und genossen dabei die Stille und Energie des Landlebens. Die Wand zeigt auf der linken Hälfte im afrikanischen Stil gemalte Menschen, aus deren Händen Tauben zu der großen "World Peace Wall"-Taube fliegen. Der Hintergrund ist mit schlichten afrikanischen Mustern aufgewertet. Auf der rechten Seite findet sich das Logo von "Afrika Rise".